Historische Schauplätze
Überall in Nürnberg gibt es Wissenswertes und Lustiges rund um die Nürnberger Bratwürste zu entdecken.
So waren Weinmarkt, Schulgässchen und Winklerstraße einst das gastronomische Zentrum der ohnehin wirtshausreichsten Stadt des Heiligen Römischen Reiches – jedes achte Haus war ein Gasthaus. In der Winklerstraße 15 befand sich früher die beste Gastherberge der Stadt – heute ist dort Sitz eines Nürnberger Boulevardblattes, das häufig und Schlagzeilenträchtig über die Nürnberger Bratwürste berichtet.
Nur ein paar Schritte weiter an den Fleischbänken schlachtete man auf einer Art Pfahlbauten in der Pegnitz. Die Schlachtabfälle wurden in den Fluss geworfen, was bei den Pegnitz abwärts gelegenen Fürthern zu dem geflügelten Wort führte: „Von Nürnberg ist nichts Gutes zu erwarten“.
Auf der anderen Pegnitzseite war im Unschlitthaus der Sitz des Fleisch- und Bratwurstamtes der Reichsstadt. Heute zählt dort das Statistische Amt nur noch die ca. 523 städtischen Schweine. Einsehbar, dass diese keinesfalls für die über 1 Milliarde Nürnberger Rostbratwürste ausreichen, die jährlich in Nürnberg hergestellt werden.
Die nahe gelegene Mühlgasse erinnert an die quiekenden Schweine der „Almosenmühle“, die hier betrieben wurde, vermutlich hieß daher auch die heutige Hutergasse „Stinkende Gasse“.
Dass „Pratwurst“ allei von „Schweinenprät“ gemacht wird hat schon der Rat im Mittelalter in Nürnberg gefordert. Heute ist gerade dieser fehlende Brätanteil ein Merkmal der Nürnberger Rostbratwürste, die ausschließlich aus gewolftem Fleisch bestehen.
Wer mehr über die Nürnberger und ihre Stadt wissen möchte, dem sei der Bratwurstspaziergang empfohlen. Virtuell oder auch zum Nachlesen.
